Lebensstil ändern

Erektile Dysfunktion (ED) ist eine häufige medizinische Erkrankung, deren Prävalenz weltweit zunimmt. Zu den veränderlichen Risikofaktoren für ED, die unmittelbar mit dem eigenen Lebensstil zusammenhängen, gehören Rauchen, Bewegungsmangel, falsche Ernährung, Übergewicht oder Fettleibigkeit, Stoffwechsel-Syndrom und übermäßiger Alkoholkonsum.

Hintergrund einer gestören Funktion der Erektion ist die Verfügbarkeit von Stickstoffmonoxid (NO). Es ist die treibende Kraft des Blutgenitalflusses. Der eigene Lebensstil sowie die Ernährung beerinflussen in hohem Maße die vaskuläre NO-Produktion, den Testosteronspiegel als auch die Erektionsfähigkeit.

Sowohl grundlegende als auch klinische Studien haben gezeigt, dass die Ausrichtung auf mehrere häufig mit ED verbundene Lebensstilfaktoren wie Rauchen, Alkoholkonsum, Adipositas und eingeschränkte körperliche Aktivität signifikante Auswirkungen auf die Verbesserung der Erektionsfähigkeit sowie des Testosteronspiegels haben kann (Abbildung 1). Daher kann es eine Rolle für Lebensstilmaßnahmen geben, um das Fortschreiten zu verhindern oder sogar die Regression in den frühesten Erscheinungsformen von ED zu verbessern.

Risikofaktoren

Erektile Dysfunktion ist ein häufiges sexuelles Problem, das mit zunehmendem Alter zunimmt. Laut einer aktuellen Analyse veröffentlichter Arbeiten des Internationalen Beratungsausschusses für Sexualmedizin über die Prävalenz (Krankheitshäufigkeit) sexueller Dysfunktion betrug die Prävalenz von ED 1%-10% bei Männern unter 40 Jahren, 2%-9% bei Männern zwischen 40 und 49 Jahren, und sie stieg auf 20%-40% bei Männern zwischen 60 und 69 Jahren und erreichte die höchste Rate bei Männern über 70 Jahren (50%-100%).

Zu den veränderlichen Risikofaktoren für ED gehören Rauchen, Bewegungsmangel, Fettleibigkeit, übermäßiger Alkoholkonsum, Freizeitdrogenkonsum. In der Follow-up-Studie der Ärzteschaft wurden mehrere Lebensstilfaktoren, einschließlich körperlicher Aktivität und Magerkeit, mit der Aufrechterhaltung einer guten Erektionsfunktion in Verbindung gebracht. Andererseits ist Diabetes mellitus der häufigste Risikofaktor für ED, da Diabetiker eine dreifache Wahrscheinlichkeit aufweisen, ED zu haben als Männer ohne Diabetes.

Führt die Änderung des Lebensstils zu einer Verbesserung der ED?

Erektile Dysfunktion ist mit Rauchen, übermäßigem Alkoholkonsum, körperlicher Inaktivität, Bauchfettleibigkeit, Stoffwechselsyndrom, Diabetes, Bluthochdruck und verminderter antioxidativer Abwehr verbunden, die alle die NO-Verfügbarkeit reduzieren. Darüber hinaus hat sich die Anerkennung der vielen physiologischen Ursachen von ED und des Potenzials für eine Therapie zur Verbesserung der Lebensqualität, des Selbstwertgefühls und der Fähigkeit, intime Beziehungen aufrechtzuerhalten, erhöht.

Obwohl epidemiologische Beweise eine Rolle für Lebensstilfaktoren zu spielen scheinen, liegen begrenzte Daten vor, die darauf hindeuten, dass die Behandlung von zugrunde liegenden Risikofaktoren und koexistierenden Krankheiten – zum Beispiel mit Ernährung, Bewegung, Stressabbau und Raucherentwöhnung – ED verbessern kann.

Es hat sich gezeigt, dass lebensstilbasierte Interventionsstrategien die Endothelfunktion, KEINE Bioverfügbarkeit und den Testosteronspiegel verbessern und Vorteile für die Erektionsfunktion bringen. Die größte Einschränkung bleibt der Mangel an Interventionsstudien, die die Rolle von Lebensstiländerungen bei ED bewertet haben.

Keine der vielen verfügbaren Behandlungsmöglichkeiten bietet ein vollständiges Ansprechen bei allen Patienten. So, wie bei vielen anderen medizinischen Erkrankungen, ist die Prävention vielleicht der effektivste Ansatz, um die Folgen von ED zu lindern. Trotz der zunehmenden Hinweise darauf, dass ungesunder Lebensstil zu Stoffwechselerkrankungen, einschließlich sexueller Dysfunktion, führt, entspricht die Mehrheit der Erwachsenen nicht den Richtwerten für körperliche Aktivität und Ernährung. Insbesondere wird empfohlen, dass Erwachsene an den meisten Tagen der Woche 30 Minuten aerober körperlicher Aktivität mittlerer Intensität nahcgehen.

Darüber hinaus kann ein Gewichtsverlust von 5%-10% bei übergewichtigen oder fettleibigen, nichtdiabetischen oder diabetischen Männern zu einer effektiven Verbesserung der Erektionsfähigkeit in kurzer Zeit führen. Der Mangel an lebensmittelbasierten Empfehlungen und der tatsächlichen Ernährungspraxis der Bevölkerung könnte eine zusätzliche Einschränkung darstellen. Allerdings ist das Ernährungsmuster, das reich an Obst, Gemüse, Nüssen, Vollkorn und Fisch, aber niedrig an rotem und verarbeitetem Fleisch und raffiniertem Getreide ist, bei Probanden ohne ED stärker vertreten.

Die mediterrane Ernährung wurde als gesundes Ernährungsmuster vorgeschlagen, basierend auf Beweisen, dass eine stärkere Einhaltung dieser Ernährung mit einer geringeren Gesamtursache und einem krankheitsspezifischen Überleben verbunden ist. In klinischen Studien war die mediterrane Ernährung effektiver als eine Kontrolldiät zur Verbesserung der ED oder zur Wiederherstellung der fehlenden ED bei Menschen mit Übergewicht oder Stoffwechselsyndrom, so dass die Einführung einer mediterranen Ernährung mit einer Verbesserung der ED verbunden sein kann.


Quellen

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Dr. Gustav Scheuer

Posted by Dr. Gustav Scheuer

Auf endoskopischer-atlas.de führe ich das erfolgreiche Lexikon / Atlas der Endoskopie fort und schreibe über medizinische Sachverhalte aus dem Bereich der Männergesundheit und Endoskopie, um Menschen mit Problemen medizinischer Natur zu helfen.